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| 24.04.2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Lieblingspfeile |
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Lieblingspfeil Nr. 2221 Reduzierter Dreieckspfeil Der reduzierte Dreieckspfeil ist nicht nur mit "Main Bus Station" beschriftet, sondern auch mit 9 Stickern beklebt. |
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| 21.04.2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Wenn der Benn... |
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Wenn Gottfried Benn Paläontologe und nicht Hautarzt gewesen wäre, dann hätte er mit meinen neuen Lieblingswörtern eventuell so was gedichtet: Synapsid Im Perm lag er, Dimetrodon, Segel auf dem Rücken, und Blut noch kalt. Das Schädelfenster so offen, wie fern noch ein Gott. Näher dann, die effizienter kauenden Therapsiden, dank neuem Gaumendach schlang und rang man nach Luft zugleich. So wurde man Säuger und sprach dann mehr als ein Baumfarn. |
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| 18.04.2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Lieblingspfeile |
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Lieblingspfeil Nr. 2220 3-Stärken-Pfeil Dieser Pfeil zeichnet sich dadurch aus, dass seine getapten Linien, also die beiden Pfeilspitzenflügel und die Pfeilbahn, unterschiedlich stark, also breit, sind. Das die beiden Pfeilspitzen und noch die Pfeilbahn dazu unterschiedlich stark ausgeführt werden, tritt recht selten auf, weil es der Zeigekraft abdienlich ist. Mehr getapte Pfeile:* LP_0437 , LP_0568 , LP_0637 , LP_0965 LP_1206 , LP_1070 , LP 1290 + LP_1291 LP_1363 , LP_1380 , LP_1425 , LP_1503 LP_1506 , LP_1507 , LP_1508 , LP_1701 LP_1712 |
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| 14.04.2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Lieblingspfeile |
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Lieblingspfeil Nr. 2219 Pfeil mit farblich verunklarter Form Das sieht für mich so aus, als sei die grüne Farbe mit einem Lösungsmittel angelöst und dann verrieben, abgerieben worden. Der Effekt ist irritierend und es gibt auch, durch eine vermutete Bewegungsunschärfe, Aspekte einer Dynamisierung der Situation, also nicht der eigentlichen Zeigewirkung. Der Kopf der flüchtenden Piktogramm-Figur wurde, farblich perfekt passend, mit einem kreisrunden Sticker vergrößert, der für einen Künstlerbedarf und Grafikdesign-Fachhandel in Berlin wirbt: das erste "O" in deren, in einer Slab-Serif gesetzten Firmennamen modolur*, wird zu einer gefüllten Kreisfläche... |
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| 12.04.2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Lieblingspfeile |
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Lieblingspfeil Nr. 2218 Haus-Pfeil-Unschärfe Schöne Haus-Pfeil-Unschärfe: die Häuser schießen nur so in die Höhe... |
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| 06.04.2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Lieblingspfeile |
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Lieblingspfeil Nr. 2217 Ein Pfeil und sein Umfeld Nahe des ZOB warb dieser Pfeil, zusammen mit einer us-amerikanischen Fahne und dem Foto eines Burgers mit Fritten und Salat für ein, inzwischen aufgegebenes, Lokal mit dem Slogan "All American Food"* . Das Foto eignete sich für einen Artikel über die veränderte Stimmung in Deutschland in Bezug zu den USA... |
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| 02.04.2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Lieblingspfeile |
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Lieblingspfeil Nr. 2216 Ergänzter Verkehrzeichen-Pfeil Klaut hier eine (inzwischen beschädigte) rote Pikto-Figur einen weißen Verkehrszeichenpfeil, oder spielt sie mit, bzw. auf, dem Pfeil, als wäre er eine Gitarre?* Fotografiert habe ich das schon vor einiger Zeit in Italien... Vgl. auch mit: LP_1676 |
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| 29.03.2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Ziehungszeichnungen |
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Start des Projekts Nr. 67 Ausgangspunkt der Ziehungszeichnungen ist ein Set von 2 x 56 Karten, deren Motive auf meinem Darsteller-Vokabular basieren jede Karte existiert in zwei Varianten: Blau steht für eine gedämpftere, zurückgenommenere oder gefährdetere Energie; Rot für eine exponiertere, wirksamere oder dominantere. Aus einem allgemeinen Pool (2 x 40 Karten) werden 1014 Karten verdeckt gezogen. Hinzu kommt je eine Karte aus vier Spezialpools (je 4 Karten in Blau und Rot): dem Protagonisten-Pool (PRO), dem Pool des sexuellen Interesses (INT), dem Gesundheits- und Energiepool (GES) und dem Narrationspool (NAR). Die gezogenen Karten werden verdeckt auf einer Fläche arrangiert ohne zu wissen, wofür sie stehen. Zwei Karten werden intuitiv als besonders gewichtig markiert. Wenn kein Veränderungsimpuls mehr entsteht, gilt die Konfiguration als abgeschlossen und alle Karten werden aufgedeckt und ihre Lage Ort, Ausrichtung, Gewichtung, Nähe und Distanz zu anderen Karten in eine Zeichnung, die Lagezeichnung (Ausschnitt links), übertragen, nach der dann mindestens eine Ziehungszeichnung* angefertigt wird, die aus den Informationen der Lagezeichnung eine komplexere Zeichnung mit zusätzlichen Einträgen und Reaktionen auf die Ausgangslage entwickelt. |
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| 27.03.2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Schriftnahe Grafiken V |
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Unterkategorie: Absichtslose Hervorhebung / Eingriffsspur Was die Graffiti-Szene "Buff" nennt das Übermalen durch Hausmeister oder Hausverwaltung hinterlässt im Normalfall rechteckige, neutrale "Buff-Stains". Diese haben mittlerweile eine eigene anerkannte Ästhetik: unfreiwillige Farbfeldmalerei was Rothko-ähnliches an der Hauswand. Der hier vorgestellte Fall ist ein anderer: eine Übermalung, die ihr Ziel verfehlt farblich und in der Deckung. Das Ergebnis ist weder ein Palimpsest (es gibt keinen zweiten Autor, der das jetzt wieder beschreiben will), noch ein Crossen (kein intentionaler Machtakt innerhalb der Konventionen der Graffiti-Szene), noch eine "Schriftnahe Grafik" (das Original ist nicht mehr zugänglich, und es war kein Text). Auch die gelungene Auslöschung, die keine Spur hinterlässt, ist ein anderer Fall. Was hier entsteht, ist ein Farbfleck, dessen Form nicht der Geometrie der Wand folgt, sondern dem Umriss des Graffitis darunter. Der unzureichende Farbauftrag hinterlässt ein schwaches Ghosting der Umriss scheint durch, ohne lesbar zu sein. Die Abdeckung hat die Form des Verborgenen angenommen ein Negativ-Abdruck. Dadurch fokussiert der Eingriff, was er auslöschen sollte. In Anlehnung an Peirces Index-Begriff* aber ohne dessen Zwingendheit: weder löst jedes Graffiti zwingend eine Abdeckung aus, noch verbirgt jede Abdeckung zwingend ein Graffiti. Es bleibt Spekulation aber eine, die die spezifische Form des Farbflecks selbst nahelegt und kaum eine andere Lesart duldet. Eine rechteckige Abdeckung lässt auch an Wasserschaden oder Reparatur denken; eine, die einem amorphen Umriss folgt, mit einer Verlängerung nach rechts zur Hausecke, arbeitet gegen alle Alternativ-Lesarten. Diese Verlängerung ist kein Pfeil keine Verdickung, keine Spitze, kein Ziel. Eher eine Fährte, eine Richtungstendenz ohne Adressaten. Die Form des Ganzen ist physiognomisch lesbar: ein Kopf mit einer zu langen Nase, ein Pinocchio… lesbar auch als „immer der Nase nach" eine Bewegungsformel, kein Verweis. Das Graffiti darunter war zielgerichtet gesetzt. Die neue Lesbarkeit ist aus Versehen entstanden aus der Geometrie des Verbergens selbst. Vgl. auch mit: Schriftnahe Grafiken IV: 07.12.2023 Schriftnahe Grafiken III: 01.08.2023 Schriftnahe Grafiken II: 08.05.2018 Schriftnahe Grafiken I: 16.04.2018 Keine Textauslöschung: 05.11.2021 |
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| 24.03.2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Was zu Darsteller *01 Gehirn_08 |
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Meine Sammlung zu Referenz-Material zu meinem, formal an ein Croissant erinnernden, Darsteller*01 Gehirn hat mal wieder Zuwachs bekommen: Seit über einem Jahr hängt in mehreren Schaufenstern eines Ladenlokals Marienburger Straße @ Binzstraße in Berlin Prenzlauer Berg Werbung für einen "Pop up" Bäcker aber bis jetzt ist da nichts aufgepoppt... Laut Netz hat eine Handwerksbäckerei Lychen (aus Lychen) wegen Personnal-engpässen und anderen Problemen den Start in den Räumen auf einen unbestimmte Zeit verschoben. Die fensterfüllende Croissant-Grafik ist schön klar und weist auch die traditionellen 5 Croissant-Segmente auf: prima. Allerdings sind die Enden des Croissants ausgesprochen spitz gestaltet, nicht so rund wie hier. Mehr Croissant-Referenzmaterial: 23.10.2025, 24.09.2025, 28.10.2024, 14.10.2024, 14.09.2022, 05.01.2019, 05.09.2016 Maskengehirn: 05.01.2022, 26.09.2021 Als Platzhalter für ein "C": 03.10.2019, 13.09.2019 Waisen der Welterzeugung: 31.03.2018 |
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| 23.03.2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Die Unwahrscheinlichkeit gelingender Kommunikation |
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| Wittgensteins Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt wird oft als Beschränkung gelesen: was ich nicht sagen kann, existiert für mich nicht. Aber er lässt sich auch umgekehrt interpretieren: Wer die Grenzen seiner Sprache verschiebt, verschiebt die Grenzen seiner Welt. Und er lässt sich, radikaler, als Tautologie lesen: „Die Grenzen meiner Welt sind die Grenzen meiner Welt." Was auch immer die eigene Welt begrenzt Sprache, Verstand, Wahrnehmung, Subjektivität, Tradition, Wahn , es setzt sich selbst als unhintergehbar. Mehr hier |
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| 22.03.2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Lieblingspfeile |
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Lieblingspfeil Nr. 2215 Pfeil-Hasen-Unschärfe So auf der Straße, nahe eines Blumenladens, gefunden. Damit man den gelben Hasen gut in die (Blumen-)Erde stecken kann, erhielt er eine Pfeilspitze... |
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| 19.03.2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Lieblingspfeile |
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Das Bild ist entstanden nach dem Gemälde „Madonna mit Kind“, einem Detail aus dem Bologna-Polyptychon*, das Giotto zwischen 1330 - 1334 gemalt hat und jetzt in der Pinacoteca Nazionale di Bologna in Italien zu sehen ist. Als Vorläufer könnte man zum Beispiel Thomas Bayrle, Wawapod, Sigmar Polke und Alain Jacquet anführen allerdings wollte ich nahe an Frührenaissance und Lösungen aus der Ikonenmalerei bleiben. |
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| 16.03.2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Subtile Inflation |
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Seit Beginn 2020 liegt (kulminiert) die Teuerung bei etwa 22% und dementsprechend wird jetzt schon mit dem Gleichbleiben der Preise geworben... nein, hier hat sich jemand vertan. Lustig ist, dass das niemandem im Laden (also den Mitarbeiter*innen) aufgefallen ist... 2006 hatte ich mal vorgerechnet, wie stark der Preisanstieg für meine Zeichnungen innerhalb von 20 Jahren wäre, wenn ich den damaligen Gewinnanspruch (23% pro Jahr laut Eigenaussage) der Deutschen Bank zugrunde legen würde: statt 84 Euro im Jahr 2006 wären 2025 knapp über 10.000 Euro pro Zeichnung fällig geworden. Und eine KI hat mir berechnet, dass ein Produkt (aus dem handwerklichen Bereich nun ja... Zeichnen ist auch Handwerk), dass im Jahr 2006 84 Euro gekostet hat, heute in Berlin knapp 200 Euro kosten müsste, damit man noch genauso gesund wirtschaften könnte wie damals... da ist also noch keinerlei (potentielle) Marktwertsteigerung des Produkts berücksichtigt. |
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| 14.03.2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Lieblingspfeile |
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Lieblingspfeil Nr. 2214 Pfeilspitzenarm, der Pfeilspitze wird Hier bekommt der rechte Pfeilarm einer Verpfeilung eines Zeichens in einem tag [möglicherweise ein "O"] eine eigene Pfeilspitze... selten. |
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| 08.03.2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Ästhetische Immunisierung |
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Als ich das sah und fotografierte, musste ich an meine Entwürfe für ein wirksames Graffiti für solche U-Bahnsitz-Bezüge denken, deren Vorstellung so eingeleitet wurde: "Bevor schöne Sitzbezüge in der S-Bahn verwendet werden, die dann beschmiert werden, nimmt man gleich solche, deren Muster so aussehen, als seien sie aus Graffiti-Fragmenten zusammengesetzt. Damit keiner mehr Lust hat sie zu beschmieren, bzw. wenn es doch dazu kommt, ein tag mehr nicht weiter auffällt. Dass diese Sitze nun aberwitzig hässlich sind, sein müssen, wird in Kauf genommen. Ein darauf reagierendes Graffiti muss mit der Formensprache der klassischen Moderne arbeiten." Entwurf Quadrat: 12.08.2004 Entwurf Dreieck: 23.12.2008 Entwurf Kreis: 04.06.2025 Solche Sitzbezug-Designs einzusetzen, kann man als vorbeugende Kapitulation* oder als Ästhetik des Hässlichen bezeichnen... Nachtrag: Vgl. auch mit dem Eintrag vom 27.03.2026. |
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| 04.03.2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Lieblingspfeile |
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Lieblingspfeil Nr. 2213 Nicht angebundene asymmetrische Pfeilspitze Dieser Pfeil ist amorph, asymmetrisch und dazu mit einer nicht angebundenen Pfeilspitze ausgestattet: das soll vermutlich unaggressiv und kreativ-liberal wirken... Vgl. mit wenig aggressiven Pfeilspitzen: LP_1376 Yoga-Pfeil LP_0448 unphallischer Pfeil LP_0228 salbender Pfeil |
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| 01.03.2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Lieblingspfeile |
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Lieblingspfeil Nr. 2212 Pfeil-Augenbrauen-Unschärfe Die Augenbrauen sind von Pfeilen mit halber Pfeilspitze nicht zu unterscheiden und scheinen sich angestrengt zusammen zu ziehen, über ihnen dräut eine Gewitterwolke, darunter die Augen haben Ausrufezeichen in den Pupillen. Und da, wo der Mund sein sollte, steht "CATCH OUT", was für ein Ertappen (bei einer Lüge), dem Entlarven (von Nichtwissen) stehen könnte... |
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| 27.02.2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Jemand musste K editiert haben... |
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| Ich habe eine alte Datei wieder gefunden, einen Text, ein Textsample, "gemacht" aus einem Text* über Kafka. Auf dem Papier entwirft Kater […] Konstellationen und Handlungsmuster, deren Pointe oft nicht auserzählt, ausgeführt wird, sondern gleich in das nächste Konstellationsmanöver führt. Das Papier wird zu einem Testgelände für die Erprobung von Auswegstrategien, ein ungebändigter Versuch, in immer neuen Anläufen den Zeichnungen Antworten abzuringen. (Permanente Um- und Überzeichnung, Streichungen und Ergänzungen kennzeichnen die Zeichnungen… nicht mehr so wie früher, seit Kater dazu übergegangen ist, lieber ein neues Blatt anzufangen. Was eigentlich Schade ist, weil man so, als Betrachter, auf diesen Blick in seine Werkstatt verzichten muss.) (Die permanente Überbrückung von Brüchen (und Abrissen) als Motor des Weiterzeichnens.) |
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offen gelassen wird, damit die Spannung zwischen den Konstellationen sich verteilen kann. Und Sperrschichten, die verhindern, dass Bedeutungen unkontrolliert in benachbarte Zonen durchsickern, damit die einzelne Konstellation ihre Spannung behält und nicht in einem Einheitsbrei allgemeiner Bezüglichkeit aufweicht. Die Zeichnung steht dabei nie nur auf ihrem eigenen Grund. Sie antwortet auf das Klima, unter dem sie entsteht, auf die Geographie der bisherigen Arbeit, und sie braucht Anbindung an das, was neben ihr liegt an die anderen Zeichnungen, an den Raum, an das, was ein Betrachter mitbringt. Die Statik einer einzelnen Zeichnung ist das eine. Ihre Infrastruktur das Netz aus Anschlüssen, das sie bewohnbar macht ist das andere. |
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| 23.02.2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Lieblingspfeile |
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Lieblingspfeil Nr. 2211 Punze als Pfeilspitze Hier wird aus der, eigentlich geschlossenen, oberen Punze eines "B" ein Pfeil interessanter Weise beeinflusst das kaum die Lesbarkeit des Buchstaben. |
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| 17.02.2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Lieblingspfeile |
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Lieblingspfeil Nr. 2210 Gezackte Pfeilbahn Zackig geschwungene Pfeilbahn, die relativ wenig Zeige-Dynamik aufbaut. |
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| 16.02.2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Cézanne, van Eyck, Hockney und die Frage, was Sehen eigentlich ist |
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Letzte Woche stand ich in der Alten Nationalgalerie vor einem Faksimile von Château de Fontainebleau, einem Aquarell von Cézanne aus dem Jahr 1905.* Es ist ein kleines Blatt, unspektakulär, wenn man es schnell ansieht: eine Baumgruppe, dahinter Architektur, Bleistiftlinien unter lasierenden Farbschichten. Aber es ist eines der Bilder, an denen sich eine Frage festmachen lässt, die mich seit über zwanzig Jahren beschäftigt und die ich vor zehn Jahren schon einmal in einem Weblog-Eintrag zu formulieren versucht habe: die Frage, was ein Bild zeigen kann, das die Fotografie nicht zeigen kann, weil die Fotografie auf dem falschen Modell des Sehens beruht. Als ich jetzt vor dem Faksimile des Aquarells stand und mich an meinen alten Text erinnerte, habe ich beschlossen, das noch einmal aufzurollen mit einer Methode, die es damals noch nicht gab. Ich habe Claude, eine KI von Anthropic, benutzt, um die verstreuten Fäden zusammenzusuchen: meinen Text von 2016 über Cézanne, einen Weblog-Eintrag über Florenskij, eine Notiz über eine Zeichnung von Hockney, die Ergebnisse meiner damaligen Recherche und das, was seither an Forschung dazugekommen ist. Die KI denkt nicht für mich aber sie findet Quellen, die ich allein in Tagen nicht zusammengetragen hätte, sie prüft, ob meine Erinnerungen stimmen, und sie hilft mir, die Argumentationslinien zu sortieren, die sich über Jahre in verschiedenen Weblog-Einträgen angesammelt haben. Was hier folgt, ist der Versuch, das zusammenzuführen. |
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Florenskij argumentiert vom Schreibtisch, vom Altar und von der Ikone her, nicht vom Zeichenblatt. Sein Zugang ist geistig-spirituell: Die umgekehrte Perspektive war für ihn in erster Linie ein Zeichen dafür, dass die Ikone eine tiefere Wahrheit über den Raum enthält als die säkulare Malerei. Das muss man nicht teilen, um zu sehen, dass seine Unterscheidung zwischen Form und Fassungsvermögen exakt beschreibt, was die empirische Linie von Luneburg bis Pepperell technisch zeigt: Die Zentralperspektive behandelt den Raum als Form ein mentales Koordinatensystem, das von einem fiktiven Augenpunkt aus aufgespannt wird. Cézannes Körperpendeln, Hockneys durchsichtiger Laternenmast, van Eycks vier Gucklöcher behandeln den Raum als Fassungsvermögen etwas, in dem sich ein lebendiger Körper bewegt, das an verschiedenen Stellen verschiedene Dichte und Tiefe hat, das man nicht von außen konstruiert, sondern von innen bewohnt. Wenn ich das zusammennehme, dann beschreibt diese Tradition ziemlich genau den Raum, in dem ich selbst seit dreißig Jahren arbeite nur dass ich von einer anderen Seite hineingekommen bin. Anfang der Neunziger habe ich mich, über Paul Watzlawick, Heinz von Foerster und die Kybernetik zweiter Ordnung, mit dem radikalen Konstruktivismus beschäftigt. Die Grundeinsicht dass es keinen beobachterunabhängigen Zugang zur Wirklichkeit gibt, dass jede Wahrnehmung eine Konstruktion des Wahrnehmenden ist hat für mich nie aufgehört zu arbeiten. Wenn das stimmt, dann sind Luneburgs gekrümmte Linien keine Abweichung von einer objektiven Geraden, sondern die Konstruktion selbst, sichtbar gemacht. Und Cézannes mehrfache Baumstämme sind das Protokoll dieser Konstruktion. Es gibt kein „richtiges" Bild, das die Perspektive verzerrt es gibt nur verschiedene Konstruktionen, und die Frage ist, welche davon ehrlicher zeigt, wie sie zustande kommt. Noch früher, mit Anfang zwanzig, hatte ich mich mit Alexander Lowens Bioenergetik beschäftigt, theoretisch und praktisch. Was ich dabei erfahren habe nicht gelesen, sondern am eigenen Körper , war, dass der Körper ein eigenständiges Gedächtnis hat. Dass Emotionen und Erfahrungen in der Muskulatur gespeichert sind, abrufbar, auch wenn das Bewusstsein sie nicht kennt. Das klingt heute, im Zeitalter der Embodied Cognition, beinahe selbstverständlich. Damals war es eine Erfahrung, nach der ich den Körper nicht mehr vergessen konnte und wollte. Er war kein Transportmittel für den Kopf mehr, sondern ein Erkenntnismedium eines, das Dinge weiß, die der Kopf allein nicht weiß. Ich habe dann bei Bildhauern studiert, bei Johannes Brus und Raimund Kummer. Was man bei Bildhauern lernt, muss man nicht erklären: Raum ist etwas, in dem man steht. Nicht etwas, das man von einem Punkt aus konstruiert, sondern etwas, das man mit dem Körper abtastet, umgeht, bewohnt. Florenskijs Terminologie brauchte ich nicht. Ich hatte das im Körper, nicht aus einem Buch. Seit 1995 mache ich tägliche Zeichnungen mit einem System von inzwischen 48 wiederkehrenden visuellen Elementen, die ich „Darsteller" nenne eine Art räumliche Grammatik, die kein Abbild ist, sondern eine Notation. Über dreißig Jahre hat sich dieses System in die Motorik eingeschrieben: Die Hand weiß, wie ein Darsteller geht, bevor der Kopf es formulieren könnte. Und seit einigen Jahren zeichne ich mit geschlossenen Augen, beidhändig die eine Hand zeichnet, die andere liegt auf dem Papier und sichert die räumliche Orientierung. Wenn ich die Augen schließe, schalte ich das visuelle Feedback ab. Was bleibt, ist der Körper: die Bewegung, das räumliche Gespür, die motorische Konditionierung von dreißig Jahren Praxis, das Körpergedächtnis, von dem ich seit Lowen weiß, dass es existiert. Die Zeichnung wird zum Protokoll einer Subjektivität, die sich durch ihre eigene Körperlichkeit ableitet der Akteur ist immer ein Körper im Raum, und die Zeichnung reflektiert das während sie entsteht. Das ist nicht weit entfernt von dem, was Cézanne macht, wenn er sich vor der Landschaft hin und her neigt. Oder von dem, was van Eyck macht, wenn er sich während der Arbeit vom Schemel erhebt und die Erhebung in die Bildfläche einschreibt. Oder von dem, was Hockney als Neunzehnjähriger macht, wenn er einen Laternenmast zeichnet, durch den man hindurchsieht, weil er zeichnet, was zwei Augen sehen, nicht eines. Alle drei arbeiten mit dem Körper gegen das Modell des körperlosen Beobachters durch Praxis, nicht durch Theorie. Ich schließe die Augen und überlasse den Raum ganz dem Körper. Es ist dieselbe Bewegung, nur konsequenter: Nicht mehr das lebendige Sehen gegen das monokulare Modell sondern der Körper gegen das Sehen selbst. Was alle diese Positionen verbindet, ob sie vom Labor, von der Staffelei, vom Guckloch oder vom Altar kommen: Die Zentralperspektive ist ein Modell, und es setzt einen toten Beobachter voraus. Einen einäugigen Kopf ohne Körper, fixiert im Raum. Sobald man lebt atmet, sich neigt, mit zwei Augen aus leicht verschiedenen Winkeln sieht , produziert man zwangsläufig die „Fehler", die Cézanne und van Eyck und Hockney und die Ikonenmaler zeigen. Es sind keine Fehler. Es sind Spuren eines lebendigen Körpers in einem Raum, der Fassungsvermögen hat. |
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| 12.02.2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Lieblingspfeile |
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Lieblingspfeil Nr. 2209 Schleifenpfeil mit Übermalung Ein Pfeil mit Schlaufenspitze, der aus einer Auslöschung heraus nach vorne zeigt... (Wenn auf diese Fläche jemand wieder etwas taggen würde, dann wäre das ein Palimpsest, oder?) Vgl. auch mit: Schriftnahe Grafiken IV: 07.12.2023 Schriftnahe Grafiken III: 01.08.2023 Schriftnahe Grafiken II: 08.05.2018 Schriftnahe Grafiken I: 16.04.2018 Keine Textauslöschung: 05.11.2021 |
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| 04.02.2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Notation im Raum zeitoffene Schrift |
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Was wäre, wenn eine Schrift nicht von links nach rechts, nicht von oben nach unten verläuft sondern alle ihre Teile gleichzeitig entstehen, als ein einziges, in sich verwobenes Gebilde? Und was, wenn das Erlernen einer solchen Schrift nicht nur die Kommunikation verändert, sondern die Wahrnehmung selbst? Ted Chiang stellte diese Frage 1998 in seiner Kurzgeschichte Story of Your Life. Die Linguistin Louise Banks lernt die Sprache außerirdischer Besucher und ihre Schrift funktioniert radikal anders als jede menschliche: Sie entsteht nicht sequenziell, sondern als vollständig ausgeformtes visuelles Gebilde, dessen Teile sich gegenseitig verformen und bedingen. Kein Anfang, kein Ende eine zeitoffene, simultane Konstellation. Ein Student, der den Text analysierte, brachte es auf den Punkt: Diese Schrift ähnele am ehesten einem Gemälde oder grafischem Design einer Notation, die Bedeutung nicht durch Abfolge, sondern durch räumliche Beziehungen erzeugt. Was Chiang literarisch spekuliert, hat eine ernsthafte theoretische Dimension. Die Idee dahinter dass die Struktur einer Notation das Denken formt ist als Sapir-Whorf-Hypothese bekannt. Lange als zu gewagt abgetan, erlebt sie in schwächerer Form gerade eine stille Rehabilitierung: Neuere Forschung zeigt, dass sprachliche Kategorien durchaus kognitive Prozesse beeinflussen, auch wenn sie sie nicht determinieren. Der Wissenschaftstheoretiker Michael A.R. Biggs formulierte es 2023 präzise: Unsere gewohnten Denkmuster werden durch unsere gewohnten Schreib- und Sprechformen aufrechterhalten und eine notational innovation, ein Wechsel in ein anderes Notationsregister (etwa ins Zeichnen), kann eine therapeutische Unterbrechung dieser konzeptuellen Gewohnheiten bewirken. Für den Film Arrival (2016) musste diese Idee sichtbar werden. Das Produktionsteam entwickelte eine tatsächlich funktionierende visuelle Sprache, die Heptapod-Schrift kreisförmige, tintenartige Gebilde ohne erkennbaren Anfang. Das ist bemerkenswert: Hier wurde ein theoretisches Konzept nicht nur erzählt, sondern gestaltet, in ein wahrnehmbares System übersetzt. Auch wenn der Film in der erzählerischen Logik an manchen Stellen unschärfer bleibt als Chiangs Original die Visualisierung selbst ist ein eigenständiger Versuch, nicht-lineare Notation zu denken, indem man sie macht. Was bleibt, ist eine offene Frage, die weder Chiang noch der Film abschließend beantwortet: Nicht ob ein solches System die Zeitwahrnehmung dramatisch transformiert das bleibt Science-Fiction. Sondern ob alternative Notationsformen tatsächlich andere Denkbewegungen ermöglichen. Die Forschung gibt zaghaft Recht: Ja, möglicherweise. Nicht als Revolution der Kognition, aber als Verschiebung, als Erweiterung des Denkraums. Notation ist nie neutral sie legt Bahnen, oder sie lässt sie offen. |
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| 02.02.2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Lieblingspfeile |
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Lieblingspfeil Nr. 2208 Gestrichelte Pfeilbahn Ein segmentierter Pfeilbahnstart, der eine Zeitwahrnehmung visualisieren will; endliche 90 Minuten. |
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| 26.01.2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Lieblingspfeile |
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Lieblingspfeil Nr. 2207 Gestrichelte Pfeilbahn Eine unterbrochene, aka gestrichelte, Pfeilbahn: auch nach digitaler Rekonstruktion sind die Längen der Pfeilbahnstücke nicht eindeutig zu klären es ist nicht auszuschließen, dass die Längen der Pfeilbahnabschnitte nicht gleichmäßig gesteigert wurden. Der Pfeil in der Turnanleitung ist erstaunlich elegant und dezent. |
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| 24.01.2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Presseschau |
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Philip Waechter über die Vorteile des Zeichnens* () Waechter: Sobald ein Motiv gezeichnet ist, hat es etwas Bleibendes. […] Ich erinnere mich an die Situation, […], an meine Stimmung, mit wem ich unterwegs war. Das ist eine Brücke in meine Erinnerungen, die ich durch eine Zeichnung abrufen kann. Wohlgemuth: Haben Sie ein Beispiel dafür? Waechter: Ein Fußballspiel, das mir besonders in Erinnerung geblieben ist, war [Frankfurt] gegen Hoffenheim. Es war kein besonders wichtiges Bundesligaspiel. Die Eintracht liegt zurück, dreht aber das Spiel, als Gonçalo Paciência in der 96. Spielminute das 3:2 köpft. Das habe ich gezeichnet. Mit dem Spiel ist so viel verbunden: Ich war mit meinem Sohn dort, und seine Freunde waren auch da. […] Wenn ich das nicht gezeichnet hätte, wäre mir das nicht mehr so präsent. Wohlgemuth: Ist das bei all Ihren Zeichnungen so? Waechter: Nicht immer so detailliert, wie gerade geschildert, aber wenn ich sie mir anschaue, dann kommt die Erinnerung beziehungsweise der Moment hoch. Wenn ich es gezeichnet habe, ist es festgehalten. |
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| 21.01.2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Lieblingspfeile |
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Lieblingspfeil Nr. 2206 Schlaufenpfeilspitzenvariante Selten: hier gibt es vor der Schlaufen-spitze einen Vorzuck, eigentlich schon eine halbe Pfeilspitze. Definition: eine Schleifen- oder auch Schlaufenspitze, ist eine Pfeilspitzenform, gezogen mit einer Linie, die eigentlich über die (gemeinte) Pfeilspitze hinaus schießt und dann mit einer Schleife zurück zur Pfeilspitze geführt wird. Beispiele: LP_205 LP_216 LP_430 |
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| 19.01.2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Lieblingspfeile |
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Lieblingspfeil Nr. 2205 Reduzierte Dreieckspfeile mit Stickern Hier schaffen es 11, relativ große, Sticker, die Zeigewirkung des Verkehrszeichens deutlich zu reduzieren... Offiziell hat das Verkehrzeichen den Namen "Richtungstafel in Kurven" (Verkehrszeichen 625). Es gibt unterschiedliche Ausführungen mit 3 bis 5 Pfeilspitzen die 5er Variante wird in der Regel bei besonders unübersichtlichen und / oder gefährliche Abschnitten eingesetzt. |
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| 14.01.2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Lieblingspfeile |
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Lieblingspfeil Nr. 2204 Missachteter Pfeil Hier hat sich jemand nicht an die Aufforderung gehalten, rechts an diesem Hinweispfeil vorbei zu fahren... |
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| 09.01.2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Lieblingspfeile |
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Lieblingspfeil Nr. 2203 Pfeilspitze-Pfeilbahn-Unschärfe Hier läuft die untere Pfeilspitzen-Linie derart parralel zur Pfeilbahn, dass sie praktisch als Pfeilbahn, als Verdoppelung der Pfeilbahn, gelesen wird und man den Eindruck bekommt, einen Pfeil mit halber Pfeilspitze zu sehen. |
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| 07.01.2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Mehrdimensionale visuelle Semantik ein Texthinweis |
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Dieselbe Zeichnung kann auf verschiedene Weisen abgetastet werden (A B C vs. C B A), und jede Sequenz aktiviert andere Bedeutungsnuancen. Micro-Bewegungen (das Auge pendelt lokal, liest dasselbe mehrfach) konstituieren Konstellationen interpretierbare Einheiten, die keine scharfen Grenzen haben und sich überlappen.Das Nesting-Problem: Bedeutung variiert je nach Verschachtelungsebene, die real schon eingezeichnet (oder im Raum verbaut) ist, oder die durch das interpretierende Betrachten ("auslesen" als Begriff wäre hier problematisch) entsteht. Diese Verschachtelung ist bei Darstellern meist nicht explizit markiert (wie Klammern in Text) und selbst nicht-linear abtastbar. Das Ergebnis: Ein erweitertes Modell F (v, w, tau) + Nesting + Konstel-lationen, das zeigt: visuelle Notation organisiert den Zugang zu Konzepten fundamental anders als Text. Sie ist kontextsensitiv (vs. kontextfrei), nicht-linear (vs. sequenziell), und operiert teilweise "unter dem Radar" ermöglicht Zugang zu Konzepten, die sprachlich schwer formulierbar sind. Weiter Thema: die institutionelle Asymmetrie: Es gab einen Sonderforschungsbereich "Schriftbildlichkeit" (wie Text bildhaft wird), aber nie einen für "Bildschriftlichkeit" (wie Bild systematisch notiert).. Mehr hier langer Text |
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| 05.01.2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Kunstpfeil_111 [1. Fassung] |
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Als Design und Kunst an die gleiche Zukunft glaubten Im März 1970 hatte Claude Sautets Film "Die Dinge des Lebens" in Frankreich Premiere. In einer Szene hängt an der Wand eine Lithographie von Gabriel Paris: "Circulation" (58 cm x 77 cm, Auflage 35, bessere Abbildung). Pfeile in rot, blau und gelb verbinden Strichmännchen-Figuren und Fahrzeuge zu einem komplexen Diagramm einem visuellen System, das gesellschaftliche Flüsse und Interaktionen kartiert. Das Werk ist undatiert, muss aber vor der Filmpremiere entstanden sein: vermutlich zwischen 1967 und 1969, in einer Zeit, als in Europa parallel zueinander zwei Bewegungen an ähnlichen Fragestellungen arbeiteten. Ende der 1960er Jahre formierte sich beiderseits des Rheins eine erstaunliche Überzeugung: dass visuelle Systeme die Welt verändern könnten. Nicht im metaphorischen Sinne, sondern ganz |
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Figuration Narrative. "Circulation" ist kein neutrales Diagramm. Der Titel deutet auf gesellschaftliche Prozesse, auf Verkehr im doppelten Sinne: Mobilität und Austausch. Es entsteht ein Organigramm, das soziale Systeme visualisiert. Paris war kein typischer Mai-68-Künstler. Er arbeitete seit den 1950er Jahren als Maler und Grafiker, ab 1961 als Filmausstatter. Im Mai 1968 engagierte er sich im Atelier Populaire der besetzten École des Beaux-Arts aber anders als andere Mitglieder des Kollektivs, die radikal auf individuelle Signaturen verzichteten, blieb er Autor: seine Plakate waren "signiert und nummeriert". Das Atelier Populaire existierte nur sechs Wochen, vom 14. Mai bis zur Räumung am 27. Juni 1968.* Wann der Druck "Circulation" entstand, ist unklar vermutlich in den Jahren vor 1970. Die systematische Visualisierung von Flüssen, Bewegungen, gesellschaftlichen Zusammenhängen war sein Thema, unabhängig vom Mai-Aufstand. Als Sautet den Film Ende 1969 drehte, anderthalb Jahre nach den Ereignissen, war klar: die Revolution war ausgeblieben. Die Arbeiter waren zurück in den Fabriken und De Gaulle war gestärkt aus den Wahlen hervor gegangen. Was der Film zeigt bürgerliche Lebensentwürfe, die ihre eigenen Konventionen hinterfragen mag Selbstreflexion oder Selbstgefälligkeit sein, vielleicht beides. Die in der Szene an der Wand hängende Arbeit von Paris ist ein ästhetischer Verweis auf 68 und der Beweis, wie solche Ansätze recht folgenlos assimiliert und zu Wanddekoration werden können. Die großen Hoffnungen der späten 60er Jahre hatten sich nicht erfüllt. Auch Design, Musik oder Drogen hatten nicht geholfen. Und schon gar nicht die Kunst. "Aufklärung" war wohl auch der falsche Ansatz. Als gäbe es eine Wahrheit, die man nur richtig vermitteln müsse. Als seien visuelle Systeme (und vorrangig natürlich Texte) neutral, objektiv und universell verständlich und nicht selbst immer schon Teil von Machtdiskursen, ästhetischen Codes, kulturellen Prägungen. Ein Quadrat bedeutet nicht überall dasselbe. Und ein Pfeil hat nicht für alle die gleiche Zeigewirkung. "Die Gesellschaft" als Singular war eine Fiktion und die Vorstellung, man könne sie durch ein einheitliches System formen, eine weitere. Ob durch Ideologie, Politik, Religion, Moral, Kultur: die Idee, es gäbe eine richtige Grundhaltung, die nur durchgesetzt werden müsse, trägt selbst schon autoritäre Züge. Auch wenn sie sich emanzipatorisch gibt. Stankowskis Diagnose von 2023: "Jetzt ist die Stimmung eher gedrückt." |
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| 02.01.2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Statistik 2025 |
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Mit mehr als durchschnittlich 100000 Sessions im Monat hatte ich deutlich mehr Besucher als letztes Jahr. Und auch alle anderen Zahlen auch auf einem Allzeithoch. Mehr zu meiner Seitenstatistik 2025 hier. |
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| 01.01.2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Alan von Lille* und die Darsteller: Grammatik als visuelle Systematik [2. Fassung] |
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Eine Spurensuche ausgehend von einer KI-Halluzination Am 1. Januar 2026 erhielt ich von der Plattform Academia.edu eine automatische Benachrichtigung: Ich würde in einem PDF erwähnt, das von jemandem hochgeladen worden sei, der sich für Alan von Lille interessiert. Das war insofern bemerkenswert, als ich von Alan von Lille bis dahin noch nie etwas gehört hatte. Wer war das? Und warum sollte ich in einem Text über ihn erwähnt werden? Neugierig geworden, fragte ich die Google KI: "Was hat meine Arbeit mit Alan von Lille zu tun?" Die Antwort war erstaunlich ausführlich und konkret: Alan von Lille habe in seinem Werk "De planctu Naturae" (ca. 1160-1170) eine "grammatische Kritik" formuliert, die Grammatik nicht nur als linguistisches System verstand, sondern als universelles Ordnungsprinzip. Die KI behauptete, Alan habe diese grammatische Ordnung auch auf visuelle Systeme angewendet auf Diagramme, auf kosmologische Darstellungen, auf nicht-linguistische Notationen. |
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Alan von Lille: Von TEXT Richtung WELT• Ausgangspunkt: Grammatik (Trivium, Artes Liberales, linguistische Ordnung) • Denken: Grammatik als Metapher für alles (Natur, Moral, Kosmos) • Ergebnis: Die ganze Welt funktioniert wie ein Text (mit Regeln, mit Syntax, mit korrekten/fehlerhaften Formen) • Modell / Ideologie: Text-Logik wird universalisiert Darsteller: Von BILD Richtung NOTATION• Ausgangspunkt: Zeichnen, bildnerische Praxis, visuelles Denken • Denken: im Bildraum bleibend, also nicht linear. Aber mit Systematisierung, Wiederholbarkeit, Dokumentierbarkeit • Ergebnis: Eine visuelle Notation mit systematischen Elementen (Regeln, Repertoire, Kombinatorik) aber nicht text-förmig • Modell / Ideologie: Bild-Logik mit systematischen Elementen Das sind keine Ansätze, die sich in der Mitte treffen. Alan von Lille will die Welt als Text lesen mit linearer Syntax, eindeutigen Regeln, binären Kategorien (richtig/falsch). Mit Darstellern können Aspekte / Konzepte wollen aufgezeichnet werden ohne damit die Möglichkeiten des Bildraums aufzugeben: Nicht-Linearität, Ambivalenz, räumliche und intuitive Organisation. Alan von Lilles grammatische Metapher funktioniert für meinen Ansatz mit den Darstellern nicht. Aber sie zeigt, wie verlockend es ist, von Sprache her zu denken und wie wichtig es ist, Bild-Logik als eigenständige Form der Ordnung ernst zu nehmen. Die produktive Fehlinformation: Was bleibt? Die KI-Halluzination hat eine Frage aufgeworfen,** die es lohnt zu verfolgen: Wie lässt sich eine visuelle Systematik theoretisch fassen, die weder reine Bildlichkeit (beliebig, intuitiv, nicht-systematisch) noch reine Text-Grammatik (linear, eindeutig, binär) ist? Die Frage, wie sich diese Eigenlogik theoretisch fassen lässt mit welchen Konzepten, mit welchen Dimensionen, mit welchen Strukturen habe ich in einigen Texten versucht zu beschreiben. Der neuste Text hat den Titel: Mehrdimensionale visuelle Semantik Altere Texte: Katers Notationssystem im Kontext formaler Grammatiktheorien Hat Hannes Katers Notations- zeichnung eine eigene Grammatik? Zwischen Realismus und Nominalismus: Katers Notationszeichnungen als philosophisches Experiment Und: Zur Zeichenhaftigkeit der Kommunikation |
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Meine Notationszeichnung mit den von mir eingesetzten Darstellern unterläuft diese Dichotomie. Sie operiert mit grammatischer Logik einer spatialen, nicht-linearen Syntax, in der Zeichen durch Relationen Bedeutungsoptionen notieren (visual writing). Gleichzeitig bleibt sie prozesshaft, materiell, körperlich: die Hand trainiert sich durch tägliches Zeichnen, der Vollzug ist konstitutiv. Die Praxis kombiniert also Elemente der Liberal Arts (Grammatik, Bildrhetorik, Bildlogik) mit denen der Mechanical Arts (Hand, Material, Prozess) und schafft damit etwas, für das das mittelalterliche System keine Kategorie hatte: eine Praxis, die so weit Notation ist, wie es im Handlungsraum Bild überhaupt möglich ist, ohne Text zu werden. |
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